Fachtagung 22.06.26
Am 22.6.26 fand erstmalig die gemeinsame Fachtagung der LemaS und Zukunftsschulen im Regierungsbezirk Detmold statt.
Zum Auftakt begrüßten Herr Menze von der Bezirksregierung Detmold und Frau Dr. Schlepp vom Schulministerium die rund 70 Teilnehmenden des Fachtages und stimmten in die konstruktive Zusammenarbeit ein.
Im ersten Teil der Veranstaltung referierte Herr Michael Conrads vom Ratsgymnasium Minden zum Thema „Deeper Learning“. Er stellt praxisnahe und erprobte Beispiele aus seiner Schule vor, die eine Pilotschule und Teil des bundesweiten Deeper-Learning-Netzwerks ist. Ziel dieses reformpädagogischen Ansatzes ist ein tiefgehendes, selbstorganisiertes und digital unterstütztes Lernen. Die Vermittlung erfolgt in drei aufeinanderfolgenden Phasen: Instruktion/Aneignung, Ko-Konstruktion/Ko-Kreation und Authentische Lernleistung. Auf die Frage, welche Fähigkeiten mein Kind für die Arbeitswelt mitbringen solle, zitierte er (Kenza Ait Si Abbou 2026 mit „Rein menschliche Fähigkeiten: Einordnen von komplexen Situationen, ein neugieren Blick und Gefühl.“
Zur Verdeutlichung nutze er das Bild eines Hausbaus, wobei Deeper Learning die Funktion einer tragenden Wand einnimmt. Als Umsetzungsbeispiel führte die Physiker von Dürrenmatt an, wobei eine kreative und schülerorientierte Herangehensweise dargelegt wurde. Welche Rolle ein Ortswechsel im Lernprozess einnehmen kann, stellte er dar.
In der anschließenden Diskussionsrunde wurden Stolpersteine und Gelingensbedingungen erörtert.
Den zweiten Teil des Fachtages bildete die aktive Arbeit in den LemaS- und Zukunftsschulnetzwerken. Ziel war es, den regionalen Austausch zu fördern und die Arbeit an regionalen Netzwerkthemen voranzubringen.
Ausblick: Nach den Herbsferien 2026 findet die Regionaltagung zu dem Schwerpunktthema: Deeper Learning und Mentoring mit Fachvorträgen und Workshops statt.
Regionaltagung zum Thema: „Lernkultur: lernen, mitbestimmen und verändern“
Am 6. November 2025 fand die Regionaltagung des Netzwerks Zukunftsschulen zum Thema „Lernkultur: lernen, mitbestimmen und verändern“ an der Geschwister-Scholl Realschule in Gütersloh statt. Für die BesucherInnen bot sich gleich auf den ersten Blick ein anderes Bild als sonst bei solchen Veranstaltungen üblich – neben den gewohnten Lehrkräften und VertreterInnen verschiedener Netzwerkschulen, nahmen dieses Mal auch zahlreiche SchülerInnen daran teil. Ziel der Veranstaltung war es, neue Wege des Lernens kennenzulernen, über Mitbestimmung in der Schule zu diskutieren und gemeinsam Ideen für eine zukunftsorientierte Lernkultur zu entwickeln. Entsprechend diesem Fokus waren es konsequenterweise zum größten Teil auch SchülerInnen, die durch die Workshops führten, während die Lehrkräfte zu Lernenden wurden.
Zu Beginn begrüßte Herr Menze die Anwesenden herzlich und stimmte sie auf den Tag ein, indem er ein Interview mit Schülerinnen und Schülern eines Gymnasiums sowie einer Grundschule zum Thema „Deine Schule, dein Lernort und du“ führte. Dabei wurde klar deutlich, dass junge Menschen sich aktiv in die Gestaltung ihrer Schule einbringen möchten. Besonders eindrucksvoll brachte der zehnjährige Grundschüler Moritz seine Motivation zum Ausdruck: „Weil Schüler mitbestimmen sollten!
Nach dem Auftakt verteilten sich die Teilnehmenden auf sieben Workshops, die größtenteils von Schülerinnen und Schülern selbst geleitet wurden. Diese boten vielfältige Einblicke in unterschiedliche Ansätze moderner Lernkultur:
„Forschertage und mehr – Gestaltung des Übergangs“
(Goerdeler-Gymnasium, Paderborn) – Hier wurde gezeigt, wie Forschertage den Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule erleichtern und Neugierde am Lernen fördern können.
„It’s Challenge Time“
(Max-Planck-Gymnasium, Bielefeld) – In diesem Workshop stellten die AG-TeilnehmerInnen an unterschiedlichen Stationen ihre ausgearbeiteten Projekte zum Thema Nachhaltigkeit vor. Dabei wurde besonders deutlich, dass viele Projekte aus den Interessenlagen der SchülerInnen entstehen und sie selbst Verantwortung für die Durchführung und Implementation übernehmen.
„Vom forschenden Lernen zur eigenen Lerngestaltung“
(Grundschule Vilsendorf, Bielefeld) – Der Workshop zeigte, wie bereits Grundschulkinder Verantwortung für ihr Lernen übernehmen und eigene Lernwege entwickeln können. Dabei überlegen sie sich eigene Fragestellungen, an denen sie sich ein halbes Jahr forschen. Lehrkräfte sind dabei lediglich Lernbegleiter.
„Medienverhalten konstruktiv gestalten“
(Max-Planck-Gymnasium, Bielefeld) – Hier stellten die Teilnehmenden der Medienscouts vor, wie digitale Medien sinnvoll und verantwortungsbewusst im Schulalltag genutzt werden können und inwiefern sie selbst durch ausgearbeitete Module jüngere SchülerInnen für das Thema sensibilisieren und vorbereiten.
„Lernen und Leben als Herausforderung“
(Laborschule Bielefeld) – Dieser Workshop stellte innovative Lernkonzepte vor, die das schulische Lernen mit realen Lebenserfahrungen verbinden.
„Reanimation kann Leben retten“
(Max-Planck-Gymnasium, Bielefeld) – Praktisch und lebensnah präsentierten die TeilnehmerInnen der Schulsanitäter, wie Wiederbelebungsmaßnahmen funktionieren und wie man im Notfall richtig handelt. Auch hier stand im Vordergrund, wie sie selbst Verantwortung übernehmen und somit ihren Teil zur Schulentwicklung beitragen.
- „Mathetutorials“
(Weser-Gymnasium, Vlotho) – Schülerinnen und Schüler präsentierten selbst erstellte digitale Lernvideos, mit denen sie ihre Mitschülerinnen und Mitschüler beim Mathematiklernen unterstützen.
Die Workshops machten deutlich, wie vielfältig Lernkultur heute gestaltet werden kann – von digitalen Medien über selbstbestimmtes Lernen bis hin zu lebenspraktischen Themen.
Am Ende des Tages zogen alle Beteiligten ein positives Fazit. Die Tagung zeigte eindrucksvoll, dass Lernen dann am besten gelingt, wenn Schülerinnen und Schüler aktiv mitbestimmen und Verantwortung für ihren Lernprozess übernehmen dürfen. Dabei betonten sie, dass für sie insbesondere der Austausch auf Augenhöhe wichtig gewesen sei. Dass dabei alle Beteiligten voneinander profitierten, zeigt, wie wichtig es ist, alle Mitglieder der Schulgemeinschaft zu Wort kommen zu lassen. Denn eine partizipative Lernkultur ist eine Umgebung, in der alle Lernenden aktiv in Entscheidungsprozesse eingebunden werden, um ihre Lernerfahrung selbst mitzugestalten.